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Anker

„Neurons that fire together wire together“.

Neuronen, die gemeinsam aktiviert werden, bilden eine gemeinsame Verbindung. Ein Anker ist so eine Reiz-Reaktionsverknüpfung, die bewusst oder unbewusst stattfindet. Es findet eine Prägung statt und dann führt der Reiz automatisch zur Aktivierung einer Reaktion.

Ankerreaktionen können innere Bilder, Gedanken, Gerüche, Gefühle oder auch Geschmack und eine Handlungssequenz sein.

Wenn ein Musikstück schöne Erinnerungen in dir auslöst und dir direkt Bilder in den Kopf kommen oder du dich gut fühlst, wenn du einen bestimmten Duft riechst, ist das z. B. ein Anker. Der Reiz tritt auf und dadurch wird automatisch der damit verbundene Gefühlszustand aktiviert. Oder anders erklärt ist ein Anker eine Repräsentation, die eine andere Repräsentation oder eine Serie von Repräsentationen oder eine Strategie auslöst.

Anker wirken nach der 1. Hebbschen Lernregel des Psychologen Donald Hebb. Sie besagt, dass die Basis von Lernen eine verbesserte Kommunikation zwischen zwei Zellen ist.
Wenn zwei Neuronen gleichzeitig aktiv sind, werden die Synapsen zwischen ihnen gestärkt. Später reicht dann die Aktivierung eines Neurons, um auch das andere zu aktivieren.
Daher werden Anker auch „Assoziationsbrücken“ genannt. Wird ein Reiz mit einer Emotion verbunden, bezeichnet man dies als „Affektbrücke“.

Die meisten Anker werden unbewusst geprägt. Auch Ängste, Panik, Traumatisierungen und Phobien sind das Resultat ungünstiger Ankerprozesse. Im NLP prägen wir Anker, um uns besser zu fühlen, an bestimmte Ressourcen zu kommen oder eine Situation zu verändern – das „Ankern“. Ungünstige Anker können auch wieder aufgelöst oder umgeankert werden.

Ankern ist im NLP eine Grundtechnik, die Bestandteil vieler Formate ist. Dabei wird genau in dem Moment, in dem ein bestimmter Zustand erlebt wird, bewusst ein spezifischer Reiz gesetzt.

Ein Anker wirkt umso intensiver, je:

  • Mehr Wiederholungen stattfinden
  • Stärkere Gefühle beteiligt sind
  • Stärker die reaktivierende Situation, dem ursprünglichen Ankerreiz ähnelt
  • Wichtiger, die Menschen für jemanden sind, die an der Situation beteiligt sind

Damit ein Anker richtig und intensiv wirken kann, ist es wichtig, die TIGERKriterien zu beachten: Timing, Intensität, Genauigkeit, Einzigartigkeit und Reinheit.

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