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Selbstliebe und NLP: Dich selbst annehmen

Selbstliebe lässt sich mit NLP trainieren, weil sie auf Sätzen beruht, die du über dich gelernt hast. Wer als Kind gehört hat, dass Leistung zählt, trägt diesen Satz mit sich herum, auch mit vierzig. NLP arbeitet genau an dieser Stelle: an den Sätzen, an der Stimme, die sie spricht, und an der Szene, in der du sie zum ersten Mal gehört hast.

Warum Selbstliebe oft so schwerfällt

Deine Einstellung zu dir selbst ist geprägt von Erfahrungen, von Erziehung und von Worten, die du über Jahre gehört und irgendwann übernommen hast. Vielleicht hast du gelernt, dass du nur gut genug bist, wenn du etwas leistest. Oder dass es egoistisch ist, dich an die erste Stelle zu setzen. Diese Muster laufen unbewusst mit und bestimmen, wie du über dich redest, oft ohne dass du es merkst.

Dazu kommt etwas, das ich in meiner Arbeit immer wieder sehe: Menschen wissen genau, was ihr Muster ist. Sie können es benennen, sie können es erklären, und es bewegt sich trotzdem nicht. Einsicht allein verändert nichts. Der Satz sitzt nicht im Kopf, er sitzt im Körper und in einer Erinnerung.

Was Selbstliebe nicht ist

Bevor wir zu den Techniken kommen, drei Abgrenzungen, weil sie viel Verwirrung ersparen.

  • Selbstliebe ist nicht Narzissmus. Narzissmus braucht Bestätigung von außen und stellt sich über andere. Selbstliebe braucht das nicht. Sie macht dich für andere eher zugänglicher, nicht verschlossener.
  • Selbstliebe ist nicht Selbstoptimierung. Wenn du dich erst lieben darfst, sobald du schlanker, ruhiger oder produktiver bist, hast du nur die Bedingung verschoben.
  • Mit positivem Denken hat das wenig zu tun. Du kannst dir hundertmal sagen, dass du wertvoll bist. Wenn ein Teil von dir das nicht glaubt, hält er dagegen, und der Satz rutscht ab.

Wie NLP an dieser Stelle arbeitet

NLP steht für Neurolinguistisches Programmieren. Der Kern ist unspektakulär: Es geht darum, wie du innerlich Bilder machst, wie du mit dir sprichst und was du dabei fühlst. Und darum, dass sich diese drei Dinge verändern lassen, wenn man sie genau genug anschaut.

Für Selbstliebe sind vor allem vier Zugänge nützlich.

1. Den Glaubenssatz finden, der wirklich läuft

Nicht der Satz, den du benennst, sondern der darunter. „Ich bin zu viel“ klingt anders als „Ich darf keinen Raum einnehmen“, und sie zeigen sich in ganz verschiedenen Situationen. In der Arbeit mit Glaubenssätzen suchst du zuerst den genauen Wortlaut. Erst dann lohnt es sich, daran zu arbeiten.

2. Die Stimme verändern, nicht den Inhalt

Der innere Kritiker klingt auf eine bestimmte Art. Laut oder leise, schnell oder langsam, von vorn oder von hinten, manchmal in der Stimme einer bestimmten Person. Diese Eigenschaften heißen im NLP Submodalitäten, und sie lassen sich bewusst verändern. Wenn du die Stimme leiser und langsamer machst, verliert der Satz einen Teil seiner Wirkung, noch bevor du über den Inhalt gestritten hast. Mehr dazu steht in meinem Artikel über den inneren Dialog.

3. Dem Kritiker seine Aufgabe lassen

Der innere Kritiker will dich schützen. Er will verhindern, dass du dich blamierst oder dass jemand dich ablehnt. Seine Methode ist nur ungeschickt. In der Teilearbeit fragst du ihn deshalb zuerst, wofür er da ist, statt ihn zum Schweigen zu bringen. Was danach passiert, überrascht viele: Er wird leiser, sobald er gehört wurde.

4. Die Szene von heute trennen

Viele Selbstzweifel gehören nicht in die Gegenwart. Sie gehören in eine Situation, die zwanzig oder dreißig Jahre zurückliegt und im Körper noch gespeichert ist. Über die Affektbrücke lässt sich diese Szene finden, und über Reframing bekommt sie eine andere Bedeutung. Das ist die Arbeit, die am meisten Zeit braucht und am längsten hält.

Eine Übung für diese Woche

Wenn du etwas ausprobieren willst, ohne gleich eine Sitzung zu buchen, nimm diese hier. Sie dauert fünf Minuten am Tag und arbeitet mit allen vier Zugängen von oben.

  1. Den Satz mitschreiben. Notiere eine Woche lang jedes Mal, wenn du innerlich etwas Abwertendes über dich hörst, den genauen Wortlaut. Nicht sinngemäß, wörtlich.
  2. Den häufigsten Satz markieren. Meistens ist es einer, der in Varianten immer wiederkommt. Der ist deine Baustelle.
  3. Auf die Stimme hören. Wie klingt sie, wenn sie diesen Satz sagt? Wessen Stimme ist das eigentlich?
  4. Die Stimme leiser stellen. Mach sie in deiner Vorstellung leiser und langsamer. Manche geben ihr eine albern hohe Tonlage. Das klingt kindisch und wirkt trotzdem.
  5. Nach der Absicht fragen. Frag den Teil, der diesen Satz sagt: Wovor willst du mich bewahren? Warte die Antwort ab, auch wenn sie erst am nächsten Tag kommt.
  6. Einen Gegenbeleg suchen. Eine einzige Situation, in der der Satz nachweislich nicht gestimmt hat. Eine reicht, um ihn brüchig zu machen.

Wo NLP an seine Grenze kommt

Es gibt Selbstablehnung, die aus einem Trauma kommt, aus einer Essstörung oder aus einer Depression. Da gehört die Arbeit in therapeutische Hände, und zwar zuerst. NLP kann daneben stehen, aber es ersetzt keine Behandlung, und ein Coach, der das behauptet, ist der falsche.

Das ist keine Formsache. Wenn du bei einer dieser Übungen merkst, dass etwas aufreißt, das du allein nicht halten kannst, hör auf und such dir Begleitung.

Häufige Fragen zu Selbstliebe und NLP

Wie lange dauert es, bis sich etwas verändert?

Die Arbeit mit der Stimme wirkt sofort, oft schon in der ersten Minute. Ein Glaubenssatz, der seit dreißig Jahren läuft, braucht Wochen bis Monate. Wichtiger als Tempo ist, dass du dranbleibst, wenn sich nichts Sichtbares tut.

Kann ich das allein machen?

Die Übung oben ja. Bei den Formaten, die an alte Szenen gehen, ist Begleitung besser, weil jemand von außen den Ausstieg steuern kann. Allein passiert es leicht, dass man mittendrin abbricht und mit offenem Material dasitzt.

Was, wenn sich die neuen Sätze falsch anfühlen?

Das ist normal und sogar ein gutes Zeichen. Ein Satz, der sich sofort richtig anfühlt, war vermutlich nie strittig. Nimm eine kleinere Version davon. Statt „Ich bin wertvoll“ eher „Vielleicht irre ich mich in dem, was ich über mich denke“. Damit kann dein Kopf arbeiten.

Brauche ich eine ganze NLP-Ausbildung dafür?

Nein. Für dich selbst reichen ein paar Techniken und Übung. Eine Ausbildung lohnt sich, wenn du damit auch mit anderen arbeiten willst, oder wenn du merkst, dass du die Muster hinter den Mustern verstehen möchtest.

Ein letzter Gedanke

Selbstliebe ist nichts, was du irgendwann hast und dann behältst. Sie ist eher eine Entscheidung, die du an manchen Tagen leicht triffst und an anderen gar nicht. Das ist kein Rückschritt, das ist der Normalfall.

Ich begleite dich gern dabei, in meinen NLP-Ausbildungen oder im Retreat in Portugal.

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