Affektbrücke

Manchmal reagieren wir in Situationen unangemessen oder über, und dies kann auf Erfahrungen aus unserer Kindheit zurückzuführen sein, die uns geprägt haben. Eine Affektbrücke ist ein Begriff, der beschreibt, wie bestimmte Reize (Ereignisse, Orte, Sachen oder Menschen) mit bestimmten Gefühlen, die wir in der Vergangenheit erlebt haben, in Verbindung gebracht werden. Dieser Begriff wurde erstmals 1997 von John Watkins verwendet und beschreibt, wie bestimmte Erfahrungen aus der Vergangenheit unsere Gefühle und Reaktionen in der Gegenwart beeinflussen können.

Affekt: Was es ist und wie es uns beeinflusst

Ein Affekt ist ein emotionaler Zustand, der durch eine körperliche Reaktion auf bestimmte Reize ausgelöst wird. Affekte sind normalerweise kurzlebig und können sowohl positiv als auch negativ sein. Sie sind eng verbunden mit unseren Gefühlen und beeinflussen unser Verhalten und unsere Wahrnehmung. Beispiele für Affekte sind Freude, Trauer, Wut, Angst und Ekel.

Affekte können sowohl durch innere als auch durch äußere Reize ausgelöst werden, wie z.B. Gedanken, Erinnerungen, Umweltreize oder Interaktionen mit anderen Menschen. Sie sind Teil des emotionalen Erlebens und spielen eine wichtige Rolle bei der Navigation des täglichen Lebens und bei der Bewältigung von Herausforderungen und Stressoren.

Der Affekt ist das Gefühl und die Affektbrücke ist die Verbindung zu diesem – oder anders gesagt: das Ergebnis eines Ankerprozesses. Der Reiz wird dann mit gleichen oder ähnlichen Gefühlen erlebt.

Affektbrücke im Coaching und in der Therapie: Anwendung und Nutzen

Eine Affektbrücke kann auch ein therapeutisches Konzept in der Behandlung von Angststörungen sein. Es bezieht sich auf eine Technik, bei der die Person lernt, ihre Aufmerksamkeit von Angst auslösenden Gedanken und Gefühlen weg zu lenken und sich stattdessen auf angenehme und beruhigende Bilder, Musik oder Erinnerungen zu konzentrieren. Durch die Verwendung einer Affektbrücke kann die Person ihre Angst reduzieren und sich schneller beruhigen. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Therapieansätzen wie der kognitiven Verhaltenstherapie und der EMDR-Therapie.

Auch die Hypnose und auch das Neurolinguistische Programmieren nutzen assoziative Prozesse, die nach dem Prinzip der Affektbrücke ablaufen. Unter Anleitung eines Coaches ruft sich der Klient hierbei eine Situation in Erinnerung, in der er emotional nicht angemessen reagiert hat. Er geht in seinen Erinnerungen immer weiter zurück, um herauszufinden, woher diese Reaktion stammt (siehe auch Transderivationale Suche).

Die Affektbrücke als Brücke in die Vergangenheit

Die Affektbrücke wird eingesetzt, um Ereignisse im Coaching zu bearbeiten, die weit in der Vergangenheit liegen, und unter deren unverarbeiteter emotionaler Belastung ein Mensch heute noch leidet. Das ermöglicht die Verarbeitung von Ereignissen, die in weiter Vergangenheit (oft in der Kindheit) liegen.

Das Vorgehen ermöglicht Menschen, sich von den belastenden Affekten zu lösen und Probleme neu zu verstehen.

Andere Definitionen

Eine Affektbrücke ist ein Begriff aus der Musiktheorie, der beschreibt, wie Musik verwendet werden kann, um die Stimmung einer Person zu beeinflussen. Eine Affektbrücke kann verwendet werden, um eine bestimmte Stimmung von einer Szene in einem Film oder einer Fernsehsendung zu einer anderen zu überbrücken, oder um die Stimmung einer Person zu verändern, die Musik hört. Eine Affektbrücke wird oft durch die Verwendung von bestimmten Arten von Musik, wie z.B. Klavierstücke, erreicht.

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