Transderivationale Suche

In unserer Kommunikation entgehen uns oft viele Informationen. Zum Beispiel ist die Aussage „Es hat gestern geregnet.“ ausreichend, um zu verstehen, dass es geregnet hat, aber es fehlen viele Informationen, z. B. wie stark hat es geregnet? Zu welcher Zeit? Wo? Wie lange? usw.

Der Zuhörer muss nach innen gehen, um die Lücken, die fehlenden Informationen, zu füllen. Diese Suche wird als Transderivationale Suche bezeichnet. Der Zuhörer muss in die tiefere Struktur gehen, um ein vollständiges Verständnis zu erlangen.

Transderivationale Suche

Die Transderivationale Suche ist ein automatischer Suchvorgang.

Die Transderivationale Suche (TDS) ist also ein automatischer und unbewusster Suchvorgang, in der Du Dich darauf fokussierst, eine Antwort zu finden (da Du dabei etwas überprüfst). Dabei wird aus der Oberflächenstruktur eines Satzes eine mögliche Tiefenstruktur der eigenen Erfahrung abgeleitet. Die transderivationale Suche ist ein der Umkehrprozess zur Transformationsgrammatik, der Grundlage des Miltonmodells ist.

Die Transderivationale Suche (TDS) kommt beispielsweise in der Hypnotherapie nach Erickson zum Einsatz, in der vage Suggestionen verwendet werden, die der Patient intensiv verarbeiten muss, um seine eigenen Bedeutungen zu finden.

TDS auf der Timeline

Im NLP kannst Du die Transderivationale Suche z. B. dafür einsetzen, um herauszufinden, wann ein Ereignis/eine Situation zum ersten Mal aufgetreten ist. Wann zum Beispiel ein Glaubenssatz, ein Verhalten oder eine Reaktion geprägt wurde.

Die Transderivationale Suche meint im NLP auch die kinästhetische Erinnerungsstrategie. Ausgehend von Deinem erlebten Zustand (mit denselben Emotionen) suchst Du dabei in der Vergangenheit nach einer Referenz-Erfahrung, in der Du genau diese Gefühle erlebt hast. TDS wird im NLP auch oft genutzt, um Ressourcen zu finden und zu aktivieren. Außerdem wird die Transderivationale Suche bei der Neuprägung eingesetzt, um das ursprüngliche Prägungserlebnis zu finden.

Beispiele für transderivationale Suchprozesse

  • „Und diese Gedanken, die Du gestern hattest …“ → Der menschliche Verstand kann das Hören dieses Satzes nicht verarbeiten, ohne auf einer Ebene innerlich nach Gedanken zu suchen, die er gestern hatte.
  • „Wann hast du dieses Gefühl, dass Du beschreibst, zum ersten Mal gespürt?“ → Der Klient startet einen Suchvorgang, um Ereignisse in der Vergangenheit mit derselben Emotionen zu identifizieren.
  • „Die vielen Farben, die Obst haben kann“ → Der menschliche Verstand beginnt, wenn auch nur kurz, verschiedene Früchte nach Farbe sortiert zu betrachten.
  • „Du hast es wieder getan, nicht wahr!“ → Diese Nutzung von TDS führt dazu, dass der Empfänger intern nach einem „es“ sucht, das er möglicherweise getan hat, und für das ihm die Schuld gegeben wird.
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