Dissoziation

In dem Wahrnehmungszustand der Dissoziation, wird die Erinnerung oder ein Erlebnis von außen betrachtet. Sie ist das Gegenteil der Assoziation.

Wenn du dir beispielsweise vorstellst, dass du dich von außen sehen kannst, bist du dissoziiert. Du befindest dich dann gedanklich außerhalb deines eigenen Körpers, beobachtest dich selbst von außen, ohne Kontakt zu deinen eigenen Gefühlen. Du kannst dein eigenes Gesicht erkennen. Das geht im assoziierten Zustand nicht. Weil im dissoziierten Zustand die eigene Erfahrung mit einem gewissen Abstand registriert wird, ist die Dissoziation gut geeignet, um von negativen Erlebnissen Abstand zu gewinnen.

Dissoziative Phänomene existieren auf einem Kontinuum: Es gibt leichte Symptome, von denen nahezu jeder Mensch im Laufe des Lebens mindestens einmal betroffen sein kann, und schwere Symptome, die zu Beeinträchtigungen und Leiden führen und daher als Störungen bezeichnet werden.

Im Fall von dissoziativen Störungen sind funktionelle und anatomische Abweichungen im Gehirn – beim Vergleich von Gruppendaten – festgestellt worden. Bezüglich der Ursachen besteht weitgehende Einigkeit, dass man von einem Zusammenwirken bestimmter persönlicher Voraussetzungen und – in der Regel – traumatischer Erlebnisse ausgehen sollte. Vorübergehende dissoziative Zustände können jedoch auch durch einige chemische Substanzen hervorgerufen werden.