Wie lernst du wirklich, dich selbst zu lieben? Das ist nicht einfach Theorie – sondern ganz praktisch die Frage: Was machst du konkret, um dich selbst anzunehmen? Ilka Brühl hat genau das gelernt: von Selbsthass zu Selbstliebe. Im Interview zeigt sie, wie.
Wer ist Ilka Brühl?
Ilka Brühl wurde mit einer Gesichtsspalte geboren. Als Kind wurde sie gehänselt, hatte starke Minderwertigkeitsgefühle und glaubte lange nicht an sich selbst. Heute liebt sie sich selbst, unterstützt andere Menschen dabei, dasselbe zu tun, und arbeitet an einem Bilderbuch zum Thema Selbstliebe für Kinder. Auf ihrem Instagram-Profil folgen ihr über 30.000 Menschen, die von ihrer Geschichte inspiriert sind.
Ilka ist für mich ein lebendiges Beispiel dafür, dass Selbstliebe keine angeborene Gabe ist – sondern eine erlernte Fähigkeit. Und genau das macht sie wertvoll als Modell.
Das Interview: Wie Ilka Selbstliebe Gelernt Hat
Im Interview erzählte mir Ilka von ihrem langen Weg. Sie hatte Glaubenssätze wie „Ich kann nichts schaffen“, „Ich bin uncool“ und „Ich bin ein zweitklassiger Mensch“. Über die Jahre, durch „glückliche Fügungen“ und durch harte Arbeit an sich selbst, hat sie diese Überzeugungen aufgelöst.
Ihre zentrale Erkenntnis: Selbstliebe ist eine tägliche Entscheidung. Es ist nicht ein Ziel, das du erreichst und dann für immer hast. Es ist eine Gewohnheit, die du jeden Morgen neu triffst.
Die Kernüberzeugungen von Ilka Brühl zu Selbstliebe
Aus unserem Gespräch haben sich diese Glaubenssätze als zentral herauskristallisiert:
- „Jeder ist auf seine Weise schön.“
- „Das Umfeld spielt eine riesige Rolle beim Aufbau von Selbstliebe.“
- „Selbstliebe ist eine Entscheidung – ich entscheide mich täglich dafür.“
- „Selbstliebe kann man üben wie ein Instrument.“
- „Auch wenn ich mich selbst liebe, kann es Eigenschaften geben, die mir nicht gefallen – aber ich akzeptiere sie.“
- „Glückliche Menschen sind nicht die, die weniger Leid erfahren, sondern die, die das Positive in allem sehen.“
- „Die Körperhaltung beeinflusst Selbstliebe – wenn ich aufrecht gehe, fällt es mir leichter, die Person zu sein, die ich sein will.“
- „Viele Probleme der Welt lassen sich beheben, wenn wir mehr mit uns selbst im Reinen wären.“
Wie Ilka Selbstliebe Konkret Umsetzt: Die Praktiken
Wissen ist das eine. Aber wie setzt Ilka Selbstliebe im Alltag um? Das ist die Frage, die uns weiterbringt.
1. Der tägliche Blick in den Spiegel
Ilka reserviert sich jeden Morgen zwei Minuten Zeit und schaut sich in den Spiegel an. Dann sagt sie sich selbst nette Dinge. Sie findet kleine Dinge, die ihr gefallen – ein Lächeln, eine Augenfarbe, eine Bewegung. Sie spricht mit sich selbst wie mit einer guten Freundin.
2. Me-Time als Ritual
Sie blockiert bewusst Zeit für sich selbst im Kalender. Das ist nicht optional, sondern fester Termin mit sich selbst. In dieser Zeit fragt sie sich: „Was brauche ich gerade? Was tut mir gut?“
3. Aufrechte Körperhaltung
Wenn Ilka unsicher wird, richtet sie sich bewusst auf. Die Körperhaltung verändert die innere Haltung – das funktioniert in beide Richtungen.
4. Klarheit über Beziehungen
Sie beobachtet, welche Menschen oder Beziehungen ihr Energie geben und welche sie nehmen. Bei Menschen, die mehr nehmen als geben, spricht sie klare Grenzen aus – oder lässt sie gehen. Das ist auch Selbstliebe.
5. Positive Affirmationen
Sie spricht mit sich selbst wie mit anderen Menschen – bewusst liebevoll und ermutigend. Das setzt sie auch als inneren Dialog um.
Das NLP-Modeling: Ilkas Fähigkeiten Übertragen
In der NLP-Methode des „Modelings“ analysieren wir, wie andere Menschen Fähigkeiten aufgebaut haben – und machen sie übertragbar. Die Frage ist: Wenn Ilka sich selbst lieben lernen konnte, was können andere davon übernehmen?
Die logischen Ebenen zeigen, auf welcher Tiefe eine Veränderung wirkt:
- Ebene 1 (Kontext): Wo und wann? Zuhause vor dem Spiegel, morgens, in ruhiger Umgebung.
- Ebene 2 (Verhalten): Was tun? Sich im Spiegel ansehen, nette Dinge sagen, aufrecht gehen.
- Ebene 3 (Strategien): Wie? Mit Fokus auf kleine schöne Dinge, mit Geduld und täglicher Wiederholung.
- Ebene 4 (Glaubenssätze): Warum? „Selbstliebe ist eine Entscheidung“, „Ich bin auf meine Weise wertvoll“.
- Ebene 5 (Identität): Wer? „Ich bin jemand, der sich selbst liebt“ oder „Ich bin jemand, der andere dabei unterstützt zu wachsen“.
- Ebene 6 (Spiritualität): Wozu? Ein Bild von sich als strahlendem, würdigem Menschen – ein „Höheres Selbst“, das einen mit warmer Umarmung liebevoll unterstützt.
Wie Du Selbstliebe Ab Sofort Lernst
Wenn dich Ilkas Weg inspiriert, dann starte mit dieser Übung:
Der Morgen-Spiegel-Ritual:
- Stelle dich morgens vor den Spiegel.
- Schau dich wirklich an – nicht kritisch, sondern neugierig.
- Finde drei Dinge, die dir gefallen (nicht perfekt sein müssen – könnte auch eine Augenfarbe sein oder die Art, wie du lächelst).
- Sag dir selbst etwas Nettes – mindestens genauso nett wie du zu einer guten Freundin sprechen würdest.
- Wiederhole das täglich. Die Magie liegt in der Wiederholung.
Das klingt einfach, und genau das ist der Punkt. Selbstliebe ist nicht kompliziert – sie ist eine tägliche kleine Entscheidung.
Häufige Fragen zum Selbstliebe Lernen
Kann man Selbstliebe wirklich lernen?
Ja. Wie Ilka zeigt, ist Selbstliebe nicht etwas, das du hast oder nicht hast. Es ist eine Fähigkeit – wie Gitarre spielen oder Schwimmen. Man übt sie, und mit Zeit wird sie zur Gewohnheit.
Wie lange dauert es, bis Selbstliebe sich anfühlt?
Das ist unterschiedlich. Ilka hatte jahrelang einen langen Weg. Aber viele Menschen berichten, dass sie schon nach 2-3 Wochen täglicher Spiegelarbeit einen Unterschied spüren. Der Trick ist: nicht perfekt sein wollen, sondern konsistent.
Was tun, wenn die Spiegelarbeit sich anfangs peinlich anfühlt?
Das ist vollkommen normal. Viele Menschen haben nie gelernt, sich selbst nette Dinge zu sagen. Das fühlt sich fremd an. Fang im Kleinen an: Ein einziger netter Satz, eine Sekunde im Spiegel. Es wird leichter.
Ist Selbstliebe das Gleiche wie Narzissmus?
Nein. Narzissmus ist, dass man sich über andere stellt und keine echte Liebe zu sich hat – sondern Hunger nach Bestätigung. Echte Selbstliebe bedeutet, sich selbst anzunehmen, achtsam mit sich umzugehen und auch Grenzen zu setzen. Sie schließt Mitgefühl für andere ein, nicht aus.
Weitere Ressourcen zu Selbstliebe:
- Ein Jahr Selbstliebe – mein Begleitprogramm mit täglichen Impulsen.
- Wissen über Selbstliebe – Artikel und Übungen zu verschiedenen Aspekten.
- NLP fürs Herz: 10 Wege zu mehr Selbstmitgefühl – praktische Techniken für tiefe Selbstannahme.
Wenn dir die Arbeit mit Glaubenssätzen und Identität interessiert, schau dir meine NLP-Ausbildungen an – dort lernst du, wie tiefe Veränderungen entstehen und wie du andere Menschen auf diesem Weg begleiten kannst.

