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Sleight of Mouth Patterns: Glaubenssätze reframen

Sleight of Mouth Patterns

„Ein Glaubenssatz ist nicht mehr als ein Gedanke, den du dir selbst glaubst.“

Mit dem Museum der GlaubenssätzeVisual Squash oder auch dem New Belief Generator beinhaltet das Neurolinguistische Programmieren kraftvolle Formate zur Veränderung hinderlicher und zum Etablieren neuer förderlicher Glaubenssätze.

  • Gibt es einen Glaubenssatz, den du gerne verändern würdest?
  • Z. B. eine hinderliche Überzeugung über dich selbst, deine Fähigkeiten, deine Ziele oder Menschen, die dir wichtig sind?
  • Bist du als Coach tätig und möchtest deine Klienten dabei unterstützen, hinderliche Überzeugungen loszulassen?

In diesem Beitrag geht es um die Sleight of Mouth Patterns nach Robert Dilts (engl. „Taschenspielertricks“). Der Begriff „Sleight of Mouth“ wurde von „Sleight of Hand“, was Fingerfertigkeit beim Kartenspiel bedeutet, abgeleitet. Die Sleight of Mouth Patterns sind eine Art des Reframings, d. h. Umdeutens, von Überzeugungen.

Robert Dilts hat diese 14 Sprachmuster bereits Anfang der 80er entwickelt und dazu die Sprache von Platon, Sokrates, Jesus, Abraham Lincoln, Mohandas Gandhi, Clarence Darrow, Shakespeare, Mark Anthony, Milton Erickson und Richard Bandler analysiert. Eines hat die Sprache dieser Menschen gemeinsam: Sie nutzen Sprachmuster, so dass sie andere überzeugen und Glaubenssätze und Glaubenssysteme beeinflussen können.

Die Sleight of Mouth Pattern sind Sprachmuster, um Glaubenssätze clever zu hinterfragen. Sie sind eine unkonventionelle, ja, manchmal sehr humorvolle Art, Glaubenssätze zu lockern, aufzulösen und zu verändern.

Was ich an dieser Methode der Glaubenssatzarbeit mag: Du kannst mit ihnen tatsächlich ziemlich viel Spaß haben, deine eigenen Glaubenssatzsysteme auf den Kopf stellen und ihre Bedeutung hinterfragen. Die Sleight of Mouth Patterns heißen nicht zuletzt so, weil sie deine Schlagfertigkeit trainieren.

Wie entstehen Glaubenssätze?

Wir lernen Glaubenssätze durch Wiederholung, von Autoritäten (z. B. den Eltern) oder in Prägungssituationen (Ereignissen, die uns wichtig waren). Das setzt voraus, dass wir etwas …

  • Gesehen
  • gehört oder
  • erlebt haben.

Sehr oft entsteht ein Glaubenssatz aus einer Kombination aus mehreren dieser Dinge.

Was sind Glaubenssätze & warum lohnt es sich, sie zu hinterfragen?

Hand aufs Herz: Es ist leichter, sich ein und dieselbe Geschichte immer wiederzuerzählen, als auch andere Optionen in Betracht zu ziehen. So ist es z. B. einfacher, eine andere Person für etwas verantwortlich zu machen, als die Verantwortung bei sich selbst zu suchen.

Es ist einfacher und bequemer bei der eigenen Sichtweise zu bleiben, als die des Gegenübers einzunehmen. Wenn du lernen willst, wie du die Perspektive wechseln kannst, dann schau dir auch mal das NLP-Format 123-Meta an. Wir brauchen aber verschiedene Sichtweisen, um etwas lernen zu können, um unser Wissen zu erweitern und letztlich stehen glückliche Beziehungen mit der Tatsache im direkten Zusammenhang, inwieweit wir unser eigenes Handeln reflektieren können.

Die Wahrheit ist: Glaubenssätze sind nur Ideen, die Du für wahr hältst. Schließlich fühlen sie sich ja auch wahr an, oder? Aber: Keine deiner Überzeugungen hat etwas mit der Wahrheit zu tun.

Zeit also, deine Überzeugungen mal in einem anderen Licht zu sehen. Die Sleight of Mouth bringen dir: Mehr Wahlmöglichkeiten und Flexibilität. Und das ist es ja, worum es im NLP im Kern geht :).

Welche Arten von Glaubenssätzen gibt es?

Robert Dilts hat die folgenden Arten von Glaubenssätzen mithilfe der Logischen Ebenen (Ebene 4 und 5) unterschieden:

Glaubenssätze auf Logischer Ebene 4: Fähigkeiten

  • Ursache: Wenn dies oder jenes passiert, dann …, Weil dies oder das …, Wegen …
  • Bedeutung: Dass du das sagst, heißt, das bedeutet, dass …
  • Möglichkeiten/Grenzen: Es ist nun mal so, dass …, Menschen sind so oder so …
  • Zielerwartung: Es ist möglich, dass …
  • Selbstwirksamkeitserwartung: Ich kann … schaffen

Glaubenssätze auf Logischer Ebene 5: Identität

  • Ich darf das.
  • Ich kann das.
  • Ich bin so und so.
  • Ich bin es wert, ich habe das verdient …

Sleight of Mouth Patterns

Bloß zu sagen, dass eine Überzeugung falsch ist, alla „das stimmt nicht“ führt nicht dazu, dass sich ein Glaubenssatz verändert. So entsteht oft nur noch mehr Widerstand.

Deshalb arbeiten die Sleight of Mouth Patterns sehr indirekt und du nutzt diese Sprachmuster in Fragen eingebettet. Du brauchst dazu aber eine gute Beziehung zu deinem Gegenüber. Ansonsten könnten sie als Provokation verstanden werden.

Die 14 Sleight of Mouth Patterns nach Robert Dilts

Robert Dilts differenziert 14 Sleight of Mouth Patterns:

  1. Positive Absicht
  2. Umdefinition
  3. Konsequenz
  4. Chunk Down (Spezifizieren)
  5. Chunk Up (Verallgemeinern)
  6. Gegenbeispiel
  7. Analogie (Metapher)
  8. Selbstanwendung
  9. Outcome (anderes Ziel)
  10. Kriterienhierarchie
  11. Andere Rahmengröße, anderer Kontext
  12. Meta Frame (andere Wahrnehmungsposition)
  13. Modell der Welt
  14. Realitätsstrategie

Lass mich dir ein Beispiel geben und dir daran zeigen, wie du die Sleight of Mouth Patterns nutzen kannst.

Beispiel: „Um erfolgreich zu sein, muss man viel arbeiten.“

  1. Positive Absicht

„Das heißt, du möchtest dich motivieren, Leistung zu erbringen und sicherstellen, dass du erfolgreich bist, aber vielleicht hält gerade dieser Glaubenssatz dich davon ab, schnelle Lösungen zu finden.“

→ Beim ersten Sleight of Mouth Pattern wird die positive Absicht hinter dem Glaubenssatz gefunden. Danach arbeitet man mit der positiven Absicht weiter.

NLP-Grundannahme: Hinter jedem Verhalten steht eine positive Absicht.

  1. Umdefinition

„Für Erfolg kann man auch viel arbeiten.“

→ Mindestens ein Wort wird durch ein anderes ersetzt, das etwas Ähnliches bedeutet, wodurch der Satz(teil) eine andere Bedeutung erhält.

  1. Konsequenz

„Wer viel arbeitet, hat meist keine Zeit intelligent zu arbeiten und wird damit immer weiter viel arbeiten müssen.“

→ Der Glaubenssatz wird herausgefordert, indem die positive oder negative Konsequenz der Aussage oder die durch sie erfolgte Verallgemeinerung formuliert wird.

  1. Chunk Down (Spezifizierung)

„Was genau bedeutet (für dich) viel arbeiten‘? Wie genau hängt viel zu arbeiten mit Erfolg zusammen?“

→ Spezifizierung. Was genau ist es? Die Verallgemeinerung durch den Glaubenssatz wird aufgelöst.

  1. Chunk Up (Verallgemeinerung)

„Woher weißt du, dass jeder der Erfolg hat, auch viel gearbeitet hat? Du meinst, alle Menschen, die Erfolg haben, zeigen damit, dass sie viel gearbeitet haben!“

→ Verallgemeinerung des Glaubenssatzes. Die Beziehung der Glaubenssatzteile wird aufgelöst.

  1. Analogie (Metapher, Chunk Sideways)

„Im Tai-Chi geht man davon aus, dass man nicht durch viel Arbeit zum Ziel kommt, sondern mit Aufmerksamkeit und Leichtigkeit.“

→ Metaphern sind Geschichten, in denen die Beziehung zwischen den Elementen verändert wird, sodass die Beziehung neu wahrgenommen werden kann.

  1. Gegenbeispiel

„Müssen alle Menschen viel arbeiten, um Erfolg zu haben? Kennst du jemanden, der schon mal wenig gearbeitet hat und trotzdem erfolgreich war?  Hast du schon einmal irgendwann Erfolg gehabt, ohne viel zu arbeiten?“

→ Zum Glaubenssatz wird ein Gegenbeispiel, eine Ausnahme der Regel formuliert.

  1. Selbstanwendung

„Einige Menschen haben sicher viel Arbeit investiert, diese Überzeugungen in der Welt zu verbreiten.“

→ Es wird eine neue Aussage formuliert, bei der die im ursprünglichen Glaubenssatz genannten Kriterien auf den Glaubenssatz selbst angewendet werden. War die Aussage abwertend, wird der Glaubenssatz selbst abgewertet, war sie positiv, wird er positiv verstärkt.

  1. Outcome

„Geht es wirklich darum, ob du viel arbeitest oder viel Erfolg hast, oder vielleicht eher darum, was für ein Leben du leben möchtest?“

→ Die Ausrichtung erfolgt auf ein anderes, lohnenderes Ziel. Hier formuliert man ein relevantes Ziel oder eine andere lohnende Möglichkeit.

  1. Kriterienhierarchie

Erfolg mag wichtig sein, aber sind nicht andere Dinge wichtiger, wie Gesundheit oder mehr Zeit für die Menschen zu haben, die dir wichtig sind?“

→ Die Aussage wird auf einen höheren Wert hin verändert. Damit erhält der ursprüngliche Glaubenssatz eine geringere Bedeutung.

  1. Andere Rahmengröße, anderer Kontext

„Viel Arbeit führt langfristig betrachtet manchmal zu mehr Erfolg und oft zu weniger Gesundheit. Wenn du am Ende deines Lebens stehst, wirst du dann zurückblicken und froh sein, dass du viel gearbeitet hast, um erfolgreich zu sein? Und was würde deine Familie über dich sagen?“

→ Das Umfeld oder/und den Rahmen, in dem die Aussage steht, der Zeitrahmen, die Anzahl von Menschen oder die Perspektive werden verändert.

  1. Modell der Welt

„Ist dir schon einmal aufgefallen, welchen hohen Wert die unsere Gesellschaft dem zuschreibt, viel zu arbeiten? In anderen Kulturkreisen zählen andere Werte und die leben zum Teil wesentlich glücklicher als wir.“

→ Die Aussage wird aus Sicht eines anderen Weltmodells relativiert. Der ursprüngliche Glaubenssatz wird aus einem anderen Modell der Welt heraus neu interpretiert. Das bedeutet: Man findet ein Modell der Welt, in welchem die Beziehung zwischen den genannten Elementen (X und Y) anders gesehen wird.

  1. Meta Frame (Überzeugung über eine Überzeugung)

„Vielleicht glaubst du das nur, weil du bisher immer viel gearbeitet hast und du noch nicht wusstest, wie du auch anders zu Erfolg kommen kannst. Vielleicht ist es nur eine Gewohnheit für Erfolg viel zu arbeiten und Gewohnheiten geben ja auch Sicherheit?“

→ Der ursprüngliche Glaubenssatz wird in einer neuen Aussage in einen Zusammenhang mit dem momentanen, persönlichen Prozess oder Erleben gebracht, es wird ein Glaubenssatz über den ursprünglichen Glaubenssatz aufgebaut.

  1. Realitätsstrategie

„Wie kommst du zu dieser Annahme? Woher weißt du das? Was macht dich so sicher, dass man für Erfolg viel arbeiten muss? Kommt dieser Satz von jemandem, der ein schönes Leben gelebt hat?“

→ Die Herkunft des Glaubenssatzes wird hinterfragt und die Quelle angezweifelt.

Du kannst die Sleight of Mouth Patterns in Bezug auf jeden Glaubenssatz anwenden, den du verändern möchtest – im Coaching, im Training und natürlich auch, wenn du eigene hinderliche Überzeugungen hinterfragen willst.

  • Welchen Glaubenssatz willst du gern verändern?
  • Verwende dann eines der Sprachmuster: Wie kannst du deine Überzeugung mithilfe der Sleight of Mouth Pattern hinterfragen?
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