Ein Fenster mit Blick auf einen herbstlichen Wald
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13 Wünsche Rauhnächte: Formulieren und verbrennen

Für das 13-Wünsche-Ritual schreibst du 13 Wünsche auf einzelne Zettel und formulierst sie konkret, positiv und so, dass du selbst etwas dazu beitragen kannst. In den zwölf Rauhnächten verbrennst du jeweils einen Zettel ungelesen, der dreizehnte bleibt übrig, und um den kümmerst du dich selbst. Der Ablauf ist schnell erklärt. Schwierig wird es beim Formulieren, und genau da bleiben die meisten hängen.

Einen Überblick über alle Rituale dieser Zeit findest du in meinem Artikel Rauhnächte Rituale. Hier geht es nur um die Wünsche: wie du sie aufschreibst, wann und wie du sie sicher verbrennst und was du tust, wenn etwas nicht nach Plan läuft.

Wie formulierst du Wünsche für die Rauhnächte?

Konkret, positiv, in der Gegenwart oder als klare Absicht, und so, dass es von dir abhängt. Mit diesen sechs Schritten kommst du zu 13 Zetteln, die du auch im Sommer noch verstehst:

  1. Erst sammeln, dann auswählen. Schreib an einem Abend alles auf, was du dir für das neue Jahr wünschst, ohne zu bewerten. Es dürfen 30 Dinge werden. Danach streichst du, bis 13 übrig sind.
  2. Konkret werden. „Mehr Geld“ kann alles heißen. „Ich lege jeden Monat 200 Euro zur Seite“ kannst du im Dezember überprüfen.
  3. Sagen, was du willst, nicht was wegsoll. „Ich will nicht mehr gestresst sein“ lenkt den Blick auf den Stress. Schreib, was stattdessen da sein soll.
  4. Gegenwart oder Absicht wählen. Viele Anleitungen empfehlen, die Wünsche so zu schreiben, als wären sie schon wahr („Ich bin gesund“). Wenn sich ein Satz beim Aufschreiben wie eine Lüge anfühlt, nimm eine Absicht: „Ich gehe jede Woche zweimal spazieren.“ Beides ist in Ordnung, entscheidend ist, dass du den Satz glauben kannst.
  5. Bei dir bleiben. Wünsche, die vom Verhalten anderer abhängen („Er soll sich endlich ändern“), laufen ins Leere. Schreib auf, was du dazu beiträgst.
  6. Ein Wunsch pro Zettel. Sobald „und“ im Satz steht, sind es zwei Wünsche. Schreib sie auf zwei Zettel oder entscheide dich für einen.

Schreib die Zettel möglichst von Hand und nicht am ersten Abend zwischen Tür und Angel. Plane dafür eine Stunde ein, am besten ein paar Tage vor der ersten Rauhnacht.

Gut und schwach formulierte Wünsche im Vergleich

Die Tabelle zeigt für typische Lebensbereiche, was schwach klingt und wie derselbe Wunsch tragfähig wird. Übernimm die Sätze nicht wörtlich, sondern nimm sie als Muster für deine eigenen.

BereichSchwach formuliertBesser formuliert
GesundheitIch will nicht mehr krank sein.Ich bewege mich dreimal pro Woche und gehe meistens vor Mitternacht schlafen.
BeziehungEr soll mich endlich verstehen.Ich sage in Gesprächen klar, was ich brauche, und höre zu, ohne zu unterbrechen.
PartnerschaftIch will endlich einen Partner.Ich bin offen für eine Partnerschaft und gehe regelmäßig unter Menschen.
GeldIch will mehr Geld.Ich lege jeden Monat 200 Euro zur Seite und sehe einmal im Monat in meine Finanzen.
BerufIch will nicht mehr in diesem Job arbeiten.Ich bewerbe mich bis März auf drei Stellen, die zu mir passen.
RuheIch will weniger Stress.Ich nehme mir jeden Sonntagvormittag frei.
SelbstwertIch soll mich nicht mehr mit anderen vergleichen.Ich merke, wenn ich mich vergleiche, und lenke meine Aufmerksamkeit auf das, was ich schon geschafft habe.
WohnenIch will eine schönere Wohnung.Ich fange im Januar an, nach einer Wohnung zu suchen, in der ich mich wohlfühle.

Bei Gesundheitswünschen gilt: Das Ritual ersetzt keine Behandlung. Wenn dich etwas körperlich oder seelisch belastet, gehört das zusätzlich in ärztliche oder therapeutische Hände.

Eine Vorlage zum Abschreiben

Ein fertiges Formular oder eine PDF-Vorlage biete ich dafür nicht an, und du brauchst auch keine. Schreib dir diese Bereiche auf ein Blatt und finde zu jedem einen Satz. Wenn dir zu einem Bereich nichts einfällt, lass ihn weg und nimm einen anderen.

  1. Körper und Gesundheit
  2. Schlaf und Erholung
  3. Partnerschaft oder Beziehung zu mir selbst
  4. Familie
  5. Freundschaften
  6. Arbeit und Aufgabe
  7. Geld
  8. Wohnen und Umgebung
  9. Lernen und Neues ausprobieren
  10. Kreatives und Freude
  11. Zeit und Ruhe
  12. Spirituelle Praxis
  13. Der Wunsch, bei dem du am meisten selbst tun kannst

Der letzte Punkt ist mein Vorschlag für den dreizehnten Zettel. Er ist der Einzige, der nicht verbrannt wird. Deshalb sollte es der Wunsch sein, den du ohnehin selbst in die Hand nehmen musst.

Wann verbrennst du die Wünsche?

Einen Zettel pro Nacht, ab der ersten Rauhnacht, am besten abends. Eine Uhrzeit, die als die richtige gilt, gibt es nicht.

Wann deine erste Nacht ist, hängt von deiner Zählung ab. Viele Anleitungen beginnen am 24. oder 25. Dezember, in meinem Kurs starten wir mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Wer wie wir im Kurs schon mit der Wintersonnenwende beginnt, schreibt die Zettel in diesen ersten Tagen und verbrennt den ersten in der Nacht, ab der die zwölf Nächte gezählt werden. Such dir eine Zählung aus und bleib dabei. Wie die Zählungen im Einzelnen aussehen, steht in meinem Artikel Wann beginnen die Rauhnächte 2026. Eine feste Uhrzeit ist ebenfalls nirgends überliefert. Das überrascht nicht, denn das Ritual hat keine alte Überlieferung (mehr dazu weiter unten). Es hilft, jeden Abend zur gleichen Zeit zu verbrennen, etwa nach dem Abendessen oder kurz vor dem Schlafengehen. Die feste Zeit macht aus dem Zettel eine Gewohnheit, die du nicht jeden Abend neu entscheiden musst.

Wie verbrennst du die Zettel sicher?

In einer feuerfesten Schale, mit einem geöffneten Fenster und Wasser in Reichweite. Papier brennt schnell und fliegt als glühende Asche auf, das unterschätzen viele.

  • Nimm eine Schale aus Metall, Keramik oder Stein und stell sie auf eine feuerfeste Unterlage, nicht direkt auf Holz oder auf eine Tischdecke.
  • Öffne ein Fenster oder die Balkontür, damit der Rauch abziehen kann.
  • Halte einen Deckel oder ein Glas Wasser bereit, um die Flamme zu ersticken.
  • Zünde den Zettel an einer Kerze oder mit einem Streichholz an und leg ihn sofort in die Schale. Halte ihn nicht fest, bis er brennt.
  • Bleib dabei, bis alles ausgebrannt ist, und lass die Asche abkühlen, bevor du sie entsorgst. Kinder und Haustiere gehören nicht in die Nähe.

Wenn du in deiner Wohnung kein Feuer machen darfst oder willst, reiß den Zettel in kleine Stücke und vergrab ihn in Erde, etwa in einem Blumentopf, oder lass ihn in einer Schale mit Wasser aufweichen. Das Verbrennen ist die übliche Form, aber nicht die einzig mögliche.

Was passiert mit dem 13. Zettel?

Er bleibt übrig. Nach der zwölften Nacht öffnest du ihn, liest ihn und kümmerst dich im neuen Jahr selbst darum. Die zwölf verbrannten Wünsche hast du abgegeben, dieser eine bleibt bei dir.

Damit aus dem Zettel mehr wird als ein Stück Papier, schreib auf die Rückseite drei kleine Schritte mit Datum. Zum Beispiel: eine Mail schreiben, ein Gespräch führen, den ersten Termin buchen. Häng ihn dann dorthin, wo du ihn täglich siehst.

Ein Tipp noch: Die verbrannten Wünsche liest du nicht mehr, und mit der Zeit vergisst du, was auf ihnen stand. Wenn dich das stört, mach vorher eine Abschrift und leg sie in einen Umschlag, den du im Januar oder erst Ende des Jahres öffnest. Dann siehst du, was sich bewegt hat.

Was tust du, wenn du eine Nacht verpasst hast?

Verbrenn am nächsten Abend zwei Zettel. Mehr braucht es nicht, niemand führt Buch. Hast du gleich mehrere Abende ausgelassen, kannst du in einer Nacht auch mehrere nachholen, damit am Ende der Rauhnächte nur noch der dreizehnte übrig ist. Die Reihenfolge ist dabei egal.

Darf man seine Rauhnachts-Wünsche verraten?

Ja. Viele Anleitungen sagen, man solle schweigen, aber eine überlieferte Regel dazu gibt es nicht. Das Ritual ist dafür zu jung.

Praktisch sieht es so aus: Solange ein Wunsch noch zart ist, schützt Schweigen vor Kommentaren wie „Das schaffst du eh nicht“. Wenn ein Wunsch aber von einem anderen Menschen mitgetragen werden muss, etwa weil er euer gemeinsames Leben betrifft, sprich ihn aus. Sonst wünschst du dir etwas, das du allein nicht umsetzen kannst.

Kann man Wünsche für andere aufschreiben?

Du kannst, aber es funktioniert besser, wenn du deinen Anteil formulierst. Über das Leben eines anderen Menschen zu bestimmen, ist weder fair noch wirksam. Ein Satz wie „Meine Freundin soll gesund bleiben“ lässt dich ohnmächtig zurück. „Ich rufe meine Freundin jede Woche an und frage, wie es ihr geht“ ist etwas, das du tun kannst.

Wie alt ist das 13-Wünsche-Ritual wirklich?

Es ist jünger, als es klingt. Räuchern, Losen und die Verbote dieser Zeit gehören zum alten Volksglauben. Das 13-Wünsche-Ritual dagegen findet sich kaum in alten Beschreibungen der Rauhnächte, es hat sich vor allem in den letzten Jahren verbreitet. Woher genau die Idee stammt, kann ich dir nicht sagen, und eine seriöse Quelle, die das Ritual für frühere Jahrhunderte belegt, kenne ich nicht.

Das macht es nicht wertlos. Wünsche aufzuschreiben, zu sortieren und dann eine Zeit lang jeden Abend kurz innezuhalten, ist eine einfache Form, ein Jahr bewusst anzugehen. Du solltest nur wissen, dass es keine „richtige“ alte Art gibt, es zu tun. Du darfst es so gestalten, dass es zu dir passt. Wenn du das Ritual nicht allein machen möchtest: In meinem Kurs Magie der Rauhnächte gehört es zum Programm. Und wenn du Absichten auch außerhalb dieser Zeit setzen willst, passt das Neumond-Ritual.

Häufige Fragen zu den 13 Wünschen in den Rauhnächten

Gibt es eine PDF-Vorlage für die 13 Wünsche?

Von mir nicht. Die Liste mit den Bereichen oben reicht zum Abschreiben, und ein Blatt Papier ist alles, was du brauchst.

Was ist, wenn mir keine 13 Wünsche einfallen?

Dann schreib weniger und nimm für die übrigen Zettel Dinge, die du dir im Alltag wünschst, etwa einen freien Nachmittag oder ein Gespräch, das du führen willst. Kleine Wünsche zählen genauso. Es gibt keine Prüfung, in der jemand die Zahl kontrolliert.

Muss ich die Wünsche mit der Hand schreiben?

Nein, aber ich empfehle es. Beim Schreiben von Hand bist du langsamer und überlegst dir jedes Wort genauer. Das hilft beim Formulieren.

Darf ich einen Wunsch ändern, nachdem ich ihn geschrieben habe?

Ja, solange der Zettel noch nicht verbrannt ist. Schreib einen neuen Zettel und tausch ihn aus. Wenn du merkst, dass ein Satz nicht mehr stimmt, hast du etwas über dich gelernt.

Muss ich an die Erfüllung der Wünsche glauben?

Nein. Das Ritual wirkt auch ohne festen Glauben, weil du dir in zwölf Abenden klarmachst, was du willst. Ob dahinter mehr steckt, entscheidest du selbst.

Welcher Wunsch ist dir beim Formulieren am schwersten gefallen? Schreib mir gern in die Kommentare, wie du ihn umgeschrieben hast.

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